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Deutsche Parodontose Hilfe e.V. Herne
Schulstr. 26 / D-44623 Herne
Tel. 0 23 23 / 96 59 05
Fax 0 23 23 / 58 65 5
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Schrift:  |
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News
06.05.2009
Diabetiker sollten mehr auf ihre Zahngesundheit achten
Patienten sind über die gefährlichen
Wechselwirkungen zwischen Blutzucker und Parodontitis noch
unzureichend informiert
(Herne.) Jeder Diabetiker weiß heute, dass seine Erkrankung
Folgeschäden an Augen, Nerven und Nieren oder ein diabetisches
Fußsyndrom verursachen kann. Beim Thema Zähne
herrscht jedoch noch Aufklärungsbedarf: Vielen Patienten
ist nicht bewusst, dass ein Diabetes auch die Zahngesundheit
schädigen kann. Diabetiker haben im Vergleich mit einem
Nicht-Diabetiker ein dreimal höheres Risiko, an einer
Parodontitis zu erkranken. Dass eine schwere Parodontitis
selbst wiederum die diabetischen Folgeerkrankungen begünstigt,
weil sie die Blutzuckereinstellung negativ beeinflusst – auch
das ist für viele Diabetiker neu.
Ein hoher Blutzucker schwächt die Abwehrkraft
Die Parodontitis
ist eine von Bakterien hervorgerufene Entzündung des
Zahnhalteapparates, die unbehandelt zum Verlust der Zähne
führen kann. Diabetiker, deren Blutzucker schlecht eingestellt
ist oder sich schwer kontrollieren lässt, sind besonders
häufig von Parodontitis betroffen. Die Ursache liegt
im chronisch erhöhten Blutzucker. Ein Zuviel an Zucker
im Blut schädigt nämlich die Gefäße – auch
die der Mundhöhle. Der überschüssige Zucker
lagert sich an den Gefäßwänden an und verursacht
hier Entzündungen. Die weißen Blutplättchen
werden daraufhin aktiv und versuchen die Krankheitserreger
abzuwehren. Sie stoppen allerdings nicht nur die Entzündung,
sondern dringen auch in die Muskelschicht der Gefäßwände
ein, die daraufhin anwachsen und sich verdicken. Die Folge:
Die Blutgefäße werden enger und die Durchblutung
schlechter. Da die Gefäße nun nicht mehr ausreichend
mit Nährstoffen versorgt werden können, verlieren
sie ihre Abwehrkraft und Bakterien haben leichtes Spiel.
Aber nicht nur die mangelhafte Blutversorgung erhöht
das Parodontitis-Risiko von Diabetikern. Generell haben sie
eine geschwächte Immunabwehr und werden daher schlechter
mit Krankheitserregern fertig.
Folgeerkrankungen sind vorprogrammiert
Diabetiker haben aber nicht nur ein erhöhtes Risiko,
an einer Parodontitis zu erkranken. Die Parodontitis selbst
ist ein Risikofaktor. Allein durch das Bestehen einer Zahnbettentzündung
erhöht sich für den Diabetiker das Risiko einer
Folgeerkrankung an Herz, Nieren, Augen und Nerven. Ursache
ist, dass die Entzündungsprozesse im Mund zu einer Verschlechterung
der Blutzuckerwerte führen. Hohe Blutzuckerwerte schaden
den Blutgefäßen, die die Organe versorgen.
Blutzucker gut einstellen, Zähne kontrollieren
Neben einer sorgfältigen
Mundhygiene ist also die Blutzuckerkontrolle der Dreh- und
Angelpunkt der Parodontitis-Prophylaxe. Ist der Blutzucker
gut eingestellt, ist die Abwehrkraft des Diabetikers hoch
und die Bakterien in der Mundhöhle können besser
bekämpft werden. Um einer Parodontitis vorzubeugen bzw.
sie frühzeitig zu erkennen, empfiehlt die Deutsche Parodontose
Hilfe e.V. allen Diabetikern, Zähne und Zahnfleisch
dreimal jährlich kontrollieren zu lassen. Diabetiker,
die Raucher sind, sollten sich viermal im Jahr untersuchen
lassen, da ihre Mundgesundheit zusätzlich durch das
Nikotin beeinträchtigt wird.
Informationen zu Krankheitsbild,
Behandlung und Vorbeugung können angefordert werden
unter der Telefonnummer 0 23 23 / 96 59 05 oder per Mail
unter info@parodontosehilfe.de.
Hintergrundinformationen zu Parodontitis und Diabetes mellitus
Parodontitis
Die Parodontitis
ist eine von Bakterien hervorgerufene Entzündung des
Zahnfleischs und des Kieferknochens. Bakterien besiedeln
zunächst die Zahnoberflächen und greifen von dort
auf das Zahnfleisch über. Das Immunsystem versucht,
die Erreger mit Hilfe einer Entzündungsreaktion loszuwerden.
Dabei schwillt das Zahnfleisch an, rötet sich und blutet
möglicherweise auch. Schreitet der Entzündungsprozess
weiter voran, weicht das Zahnfleisch zurück und löst
sich vom Zahn. Es bilden sich Zahnfleischlappen, auch „Zahnfleischtaschen“ genannt. In diesen Nischen setzen die Bakterien ihr Zerstörungswerk
fort. Zahnwurzel, Zahnhaltegewebe und sogar der Kieferknochen
sind den Bakterien ausgeliefert und werden geschädigt.
Die Folge: Die Zähne verlieren ihren Halt und fallen
aus. Früher wurde angenommen, dass die Parodontitis
ein reines Hygieneproblem ist. Die zahnmedizinische Forschung
konnte inzwischen jedoch nachweisen, dass nur ein sehr kleiner
Teil der Bakterien in unserer Mundhöhle überhaupt
eine Parodontitis auslösen kann. Die eigentliche Ursache
liegt in einer allgemeinen Immunschwäche. Die Erreger
können nicht erfolgreich abgewehrt werden.
Diabetes mellitus
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung.
Um die Krankheit zu verstehen, muss man Folgendes wissen:
Zucker ist der Treibstoff, der alle Funktionen unseren Körpers
am Laufen hält. Die Kohlenhydrate, die wir mit der Nahrung
aufnehmen, werden in Magen und Darm zu kleineren Zuckereinheiten,
unter anderem Traubenzucker abgebaut. Der Traubenzucker wird
ins Blut abgegeben und in den Körperzellen verwertet,
indem er zu Energie verbrannt wird. Damit der Zucker über-haupt
in die Zellen eindringen kann, braucht es ein Hormon: das
Insulin. Das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Insulin
arbeitet wie ein Schlüssel: Es öffnet die Zelle,
damit der Zucker in ihr Inneres eindringen kann. Bei einem
Typ 1-Diabetes, dem so genannten jugendlichen Diabetes, kann
die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produzieren.
Bei einem Typ 2-Diabetes produziert sie zwar zunächst
noch genügend Insulin, es kann aber nicht richtig wirken,
weil die Zellen insulinresistent geworden sind. Die Bauchspeicheldrüse
versucht diesen Mangel auszugleichen, indem sie mehr Insulin
produziert. Irgendwann erschöpft sich die Bauchspeicheldrüse
jedoch und es steht nicht mehr ausreichend Insulin zur Verfügung.
Bei einem Diabetes kann der Blutzucker also nicht bzw. nur
unzureichend in die Zellen geschleust werden und es kommt
zu einer Überzuckerung des Blutes. Das Ziel der Therapie
ist, den Blutzucker durch geeignete Maßnahmen (je nach
Verlauf und Typ der Erkrankung aus Insulintherapie, oralen
Antidiabetika, Diät bestehend) so einzustellen, dass
er dem eines gesunden Menschen so nahe wie möglich kommt.
So kann das Risiko von Folgeerkrankungen deutlich gesenkt
werden.
Die Deutsche Parodontose Hilfe e.V. mit Sitz in Herne
ist ein gemeinnütziger Verein, der Aufklärungsarbeit
auf dem Gebiet der Parodontitis leistet. Ziel ist es, die
Ausbreitung der Volkskrankheit Parodontitis zu stoppen. Dabei
arbeitet der Verein mit Partnern aus Forschung und Medizin
zusammen.
Quelle: Dr. med. dent. Wolfgang H. Koch |
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