Hängt mein Rheuma mit meinen Zähnen zusammen?

Ja, wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eine eindeutige Wechselwirkung zwischen Parodontitis und rheumatoider Arthritis. Chronische Zahnfleischentzündungen verschlimmern Gelenkerkrankungen messbar, weshalb eine zahnärztliche Kontrolle für Rheumapatienten zwingend erforderlich ist.

Warum wurden Rheumapatienten in der Vergangenheit alle Zähne gezogen?

In den 1930er Jahren vermutete man bereits einen Zusammenhang, weshalb Ärzten die radikale Entfernung aller Zähne als Therapieansatz diente.

Der Erfolg dieser Maßnahme war historisch gemischt. Bei etwa 20 bis 25 Prozent der Patienten verschwanden die rheumatischen Beschwerden nach der Zahnextraktion vollständig. Der Misserfolg bestand jedoch darin, dass bei den restlichen 75 Prozent das Rheuma unverändert blieb, die Patienten aber zusätzlich zahnlos waren. Diese historische Radikalmethode belegt die lange bekannte, aber damals unzureichend verstandene Verbindung zwischen dem Mundraum und entzündlichen Gelenkerkrankungen.

EpocheBehandlungsansatz bei RheumaErfolgsquote (Rheuma-Rückgang)Konsequenz für das Gebiss
1930er JahreVollständige Zahnextraktion20 – 25 %Kompletter Zahnverlust bei allen Behandelten
HeuteMikrobiologische Parodontitis-TherapieKlinisch signifikantZahnerhalt und Reduktion der Gelenkentzündung

Wie wirkt sich eine Zahnfleischentzündung auf rheumatoide Arthritis aus?

Bakterien aus entzündeten Zahnfleischtaschen dringen in den Blutkreislauf ein und verstärken die entzündlichen Prozesse an den Gelenken direkt.

Bakterien aus entzündeten Zahnfleischtaschen dringen in den Blutkreislauf ein und verstärken die entzündlichen Prozesse an den Gelenken direkt. – Dr. Wolfgang h. Koch

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Parodontose die rheumatoide Arthritis massiv befeuert. Das Tückische an einer modernen Parodontitis ist ihre Symptomlosigkeit. Die chronische Entzündung läuft oft unbemerkt im Hintergrund ab, schmerzt nicht und blutet kaum noch. Währenddessen belasten die pathogenen Bakterien kontinuierlich das Immunsystem und attackieren die Gelenkstrukturen des Körpers.

Was sollten Rheumapatienten beim Zahnarzt untersuchen lassen?

Rheumapatienten benötigen spezifische mikrobiologische Tests zur Bestimmung der exakten bakteriellen Belastung in ihren Zahnfleischtaschen.

Jeder Patient mit einer rheumatischen Erkrankung muss einen auf Parodontologie spezialisierten Zahnarzt aufsuchen. Der Zahnarzt entnimmt Proben aus den Zahnfleischtaschen und führt gezielte Bakterientests durch, um festzustellen, welche pathogenen Stämme vorliegen. Basierend auf diesen Laborergebnissen wird überlegt, welche spezifischen Maßnahmen gegen diese Bakterien ergriffen werden müssen, um die Bakterienlast zu eliminieren und den Verlauf der Rheumaerkrankung positiv zu beeinflussen.

Dr. med. dent. Wolfgang H. Koch
 

Dr. Wolfgang H. Koch ist seit 1978 als Zahnarzt in Herne tätig und gilt als Pionier der Ganzheitlichen Zahnmedizin sowie Oralen Medizin. Als Experte für Umwelt-Zahnmedizin verbindet er seine jahrzehntelange klinische Erfahrung am Standort Herne mit modernsten biologischen Verfahren wie Ozon-Therapie und PRF, um die Ursachen chronischer Leiden im Kiefer nachhaltig zu beheben, Dr. Koch Zahnarztpraxis, Herne www.praxis-dr-koch.de,