Ja, wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eine eindeutige Wechselwirkung zwischen Parodontitis und rheumatoider Arthritis. Chronische Zahnfleischentzündungen verschlimmern Gelenkerkrankungen messbar, weshalb eine zahnärztliche Kontrolle für Rheumapatienten zwingend erforderlich ist.
In den 1930er Jahren vermutete man bereits einen Zusammenhang, weshalb Ärzten die radikale Entfernung aller Zähne als Therapieansatz diente.
Der Erfolg dieser Maßnahme war historisch gemischt. Bei etwa 20 bis 25 Prozent der Patienten verschwanden die rheumatischen Beschwerden nach der Zahnextraktion vollständig. Der Misserfolg bestand jedoch darin, dass bei den restlichen 75 Prozent das Rheuma unverändert blieb, die Patienten aber zusätzlich zahnlos waren. Diese historische Radikalmethode belegt die lange bekannte, aber damals unzureichend verstandene Verbindung zwischen dem Mundraum und entzündlichen Gelenkerkrankungen.
| Epoche | Behandlungsansatz bei Rheuma | Erfolgsquote (Rheuma-Rückgang) | Konsequenz für das Gebiss |
|---|---|---|---|
| 1930er Jahre | Vollständige Zahnextraktion | 20 – 25 % | Kompletter Zahnverlust bei allen Behandelten |
| Heute | Mikrobiologische Parodontitis-Therapie | Klinisch signifikant | Zahnerhalt und Reduktion der Gelenkentzündung |
Bakterien aus entzündeten Zahnfleischtaschen dringen in den Blutkreislauf ein und verstärken die entzündlichen Prozesse an den Gelenken direkt.
Bakterien aus entzündeten Zahnfleischtaschen dringen in den Blutkreislauf ein und verstärken die entzündlichen Prozesse an den Gelenken direkt. – Dr. Wolfgang h. Koch
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Parodontose die rheumatoide Arthritis massiv befeuert. Das Tückische an einer modernen Parodontitis ist ihre Symptomlosigkeit. Die chronische Entzündung läuft oft unbemerkt im Hintergrund ab, schmerzt nicht und blutet kaum noch. Währenddessen belasten die pathogenen Bakterien kontinuierlich das Immunsystem und attackieren die Gelenkstrukturen des Körpers.
Rheumapatienten benötigen spezifische mikrobiologische Tests zur Bestimmung der exakten bakteriellen Belastung in ihren Zahnfleischtaschen.
Jeder Patient mit einer rheumatischen Erkrankung muss einen auf Parodontologie spezialisierten Zahnarzt aufsuchen. Der Zahnarzt entnimmt Proben aus den Zahnfleischtaschen und führt gezielte Bakterientests durch, um festzustellen, welche pathogenen Stämme vorliegen. Basierend auf diesen Laborergebnissen wird überlegt, welche spezifischen Maßnahmen gegen diese Bakterien ergriffen werden müssen, um die Bakterienlast zu eliminieren und den Verlauf der Rheumaerkrankung positiv zu beeinflussen.
Ein vorheriger Zahnarztbesuch verhindert, dass aggressive Mundbakterien das Einheilen künstlicher Gelenke oder Implantate blockieren. Eine unbehandelte Parodontitis streut Keime über die Blutbahn, was schwerwiegende Entzündungen an Endoprothesen, Herzklappen und Stents verursacht.
Bakterien aus Zahnfleischtaschen zirkulieren im Blutkreislauf und setzen sich bevorzugt auf Fremdkörpern wie Hüftprothesen oder Knieprothesen fest. Dort verursachen sie Entzündungen im Prothesenbett, was zur sofortigen Lockerung des künstlichen Gelenks führt.
Etwa 60 bis 70 Prozent der Menschen über 40 Jahre leiden an einer oft unbemerkten Parodontitis. Diese chronische Infektion fungiert als ständige Bakterienquelle im Körper. Wandern die Erreger aus dem Mund zur neuen Endoprothese, stören sie den Einheilungsprozess massiv. Patienten müssen ihr Zahnfleisch nicht nur direkt vor dem chirurgischen Eingriff sanieren, sondern auch Jahre nach der Operation regelmäßig kontrollieren lassen. Eine plötzliche Zahnfleischentzündung nach sechs Monaten kann die Prothese nachträglich stark gefährden und Folgeoperationen nach sich ziehen.
Nein, bei aktiver Parodontitis setzen Zahnärzte keine Implantate, da die vorhandenen Bakterien das frische Implantatbett sofort infizieren. Die Infektion muss zuerst vollständig behandelt und der Mund bakterienfrei gemacht werden.
Parodontitis ist eine bakterielle Infektion, die den Kieferknochen und das Zahnfleisch angreift. Setzt der Chirurg ein Implantat in dieses kontaminierte Umfeld, gehen die Erreger direkt auf die künstliche Zahnwurzel über. Die Einheilung scheitert unweigerlich. Die zwingende Vorbehandlung zielt auf eine saubere Mundhöhle ab. Hierfür setzen Spezialisten professionelle Zahnreinigungen, mechanische Säuberungen der Zahnfleischtaschen und unterstützend Ozon zur gezielten Abtötung der anaeroben Bakterien ein. Erst danach ist das Knochenbett bereit für ein Implantat.
Neben Gelenkprothesen an Hüfte, Knie und Schulter sind vor allem künstliche Herzklappen und Stents stark gefährdet. Bakterien aus dem Mundraum heften sich an diese dauerhaft implantierten Fremdkörper und lösen lebensbedrohliche Entzündungen aus.
Der menschliche Körper toleriert diese Implantate, solange sie steril einwachsen können. Besiedeln zirkulierende Parodontitis-Erreger diese Oberflächen, greift das Immunsystem die betroffenen Regionen an. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung vor chirurgischen Eingriffen. Die zahnärztliche Freigabe ist eine elementare Sicherheitsmaßnahme, um systemische Komplikationen abzuwenden.
Parodontose-Bakterien können in den Blutkreislauf gelangen und das Einheilen von Knie- oder Hüftprothesen massiv stören, indem sie Entzündungen am Prothesenbett auslösen. Eine vorherige zahnärztliche Untersuchung eliminiert diese Infektionsquelle.
Die Streuung der Bakterien über die Blutgefäße betrifft den gesamten Organismus. Chirurgen verlangen vor großen orthopädischen Operationen zunehmend ein zahnärztliches Konsil, um das Risiko postoperativer Infektionen zu minimieren. Ein gesunder Mundraum ist die Grundvoraussetzung für den langfristigen Erfolg jeder Endoprothese.
| Risikofaktor / Kennzahl | Details laut klinischer Beobachtung |
|---|---|
| Prävalenz Parodontitis | 60 – 70 % bei Patienten über 40 Jahre |
| Gefährdete Orthopädie-Implantate | Hüftgelenke, Kniegelenke, Schulterprothesen |
| Gefährdete Herz-Implantate | Herzklappen, Stents |
| Zahnmedizinische Voraussetzung | Vollständig sanierte und bakterienfreie Mundhöhle |
Hyaluron fördert die Reorganisation des Gewebes und beschleunigt die Ausheilung von Parodontose. Es wird direkt in die Zahnfleischtaschen eingebracht, damit sich das Zahnfleisch wieder wie eine straffe Manschette an den Zahn anlegt.
Hyaluron fungiert als Gewebebaustein, der dem Zahnfleisch hilft, sich nach einer mechanischen Reinigung wieder fest mit der Zahnoberfläche zu verbinden.
In der wissenschaftlichen Parodontologie nutzt man den Stoff, um den natürlichen Heilungsprozess zu aktivieren. Parodontose bedeutet, dass das Zahnfleisch dem Zahn nicht mehr anliegt. Oft reicht eine reine Säuberung der Taschen nicht für eine vollständige Ausheilung. Durch die Zugabe von Hyaluron in die Zahnfleischtaschen wird die Reparaturfähigkeit des Gewebes stimuliert. Der Wirkstoff, der vielen aus der Hautpflege bekannt ist, strafft das Zahnfleischgewebe und sorgt für den wichtigen Manschetteneffekt am Zahn. Bei Angstpatienten wird diese Methode geschätzt, da die Taschen nach der sanften Reinigung unter lokaler Betäubung und einer Ozon-Desinfektion schonend mit der Hyaluronschicht befüllt werden.
Ja, durch den Einsatz von Hyaluron heilen tiefe Zahnfleischtaschen aus, was den geruchsbildenden Bakterien ihren Lebensraum entzieht.
Durch den Verschluss der Zahnfleischtaschen mittels Hyaluron wird geruchsbildenden Bakterien der Lebensraum entzogen, was chronischen Mundgeruch stoppt. – Dr. Wolfgang H. Koch
Besonders bei älteren Frauen nach der hormonellen Umstellung siedeln sich oft Bakterien in der Mundhöhle an, die in der Praxis als Stinker bezeichnet werden. Diese Bakterien sind primär für chronischen Mundgeruch verantwortlich. Indem Hyaluron die Zahnfleischtaschen verschließt und die Heilung fördert, wird verhindert, dass sich diese geruchsbildenden Bakterien dort weiter vermehren können. Die Eliminierung des Hohlraums stoppt die bakterielle Besiedelung dauerhaft.
Hyaluron wird zusätzlich zur Beschleunigung der Implantat-Einheilung und zur Behandlung chronischer Kieferknochenentzündungen eingesetzt.
Neben der Parodontitisbehandlung aktiviert der Wirkstoff die Einheilung von Implantaten durch seine natürliche Reparaturwirkung. Zudem wird er nach Zahnextraktionen bei chronischen Entzündungen in den Kieferknochen eingebracht, nachdem dieser zuvor mechanisch gereinigt wurde. Dies stellt sicher, dass der Heilungseffekt eintritt und verbleibende pathogene Bakterien eliminiert werden.
| Anwendungsbereich | Medizinischer Zweck |
|---|---|
| Parodontitisbehandlung | Gewebereorganisation und Verschluss der Zahnfleischtaschen |
| Implantologie | Beschleunigung und Aktivierung der Implantat-Einheilung |
| Kieferchirurgie | Unterstützung der Heilung bei chronischen Knochenentzündungen |
Eine moderne Parodontitis-Therapie erfolgt heute rein mechanisch mit feinen Instrumenten, ohne chirurgische Schnitte. Durch den ergänzenden Einsatz von Ozon, Plasma und naturheilkundlichen Mitteln werden Bakterien schmerzarm eliminiert und das Immunsystem nachhaltig gestärkt.
Nein, die moderne Behandlung in der Praxis Dr. Koch verzichtet vollständig auf chirurgische Schnitte oder das Aufschneiden des Zahnfleisches. Die Therapie erfolgt minimalinvasiv und mechanisch, was den Heilungsprozess beschleunigt und Traumata am Gewebe verhindert.
In der wissenschaftlichen Parodontologie ist es heute Standard, die Zahnfleischtaschen ohne Chirurgie zu säubern. Dr. Koch betont, dass früher radikale Eingriffe üblich waren, heute jedoch die Kombination aus mechanischer Reinigung und Desinfektion durch Ozon oder Plasma zu exzellenten Ergebnissen führt, ohne die Zahnfleischsubstanz durch Schnitte zu schwächen.
Die Reinigung erfolgt unter lokaler Betäubung mit sehr feinen Instrumenten, die sanft in die Taschen eingeführt werden, um Beläge und Bakterienfilme zu entfernen. Dieser Prozess ist für den Patienten nahezu schmerzfrei und schont die empfindliche Gewebestruktur.
Nachdem die mechanische Säuberung abgeschlossen ist, werden die Taschen gründlich gespült. Dr. Koch nutzt hierbei ein individuelles Vorgehen: Das Schmerzempfinden jedes Patienten wird berücksichtigt, sodass die Behandlung in einer entspannten Atmosphäre stattfindet. Das Ziel ist es, das Zahnfleisch so vorzubereiten, dass es sich später wie eine Manschette wieder straff an den Zahn anlegen kann.
Ozon spaltet Sauerstoff ab, der die schädlichen anaeroben Bakterien in den Zahnfleischtaschen zerstört, da diese in einer sauerstoffreichen Umgebung nicht überleben können. Diese bio-oxidative Therapie erreicht auch tiefe Nischen, in denen mechanische Instrumente an ihre Grenzen stoßen.
Die moderne Parodontose-Behandlung arbeitet rein mechanisch und nicht mehr chirurgisch; es muss nicht geschnitten werden, um tiefe Taschen effektiv zu reinigen. – Dr. Wolfgang H. Koch, Herne
Da die verantwortlichen Bakterien (Anerobier) unter Sauerstoffzufuhr absterben, bietet Ozon eine hocheffektive, chemiefreie Desinfektionsmethode. Ergänzend wird Plasma eingesetzt, das eine ähnliche Wirkung erzielt. Diese Methoden sorgen dafür, dass die Bakterienlast massiv gesenkt wird, ohne gesundes Gewebe anzugreifen.
Aromaöle werden als antibakterielle Spülungen eingesetzt, während eine begleitende Phytotherapie und Akupunktur das Immunsystem stabilisieren, um Rückfälle langfristig zu vermeiden. Die ganzheitliche Betreuung durch Spezialisten wie Frau Dr. Blum koordiniert diese Maßnahmen.
Ein wesentlicher Teil des Konzepts ist die Steigerung der Immunfähigkeit. Da Bakterien nur dann eine Chance haben, wenn die Abwehr geschwächt ist, nutzt die Praxis Dr. Koch naturheilkundliche Mittel zur Optimierung der Abwehrkraft. Hierzu gehören auch Tests des Vitamin-D-Haushalts und des Blutzuckers, um die systemischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausheilung zu schaffen.
Hyaluron wird nach der Reinigung in die Zahnfleischtaschen appliziert, um die Reorganisation des Gewebes zu fördern und die Heilung zu beschleunigen. Es fungiert als biologischer Baustein, der dem Zahnfleisch hilft, wieder Festigkeit zu erlangen.
Hyaluron trägt zur Reparaturfähigkeit des Gewebes bei und sorgt dafür, dass sich das Zahnfleisch wieder dicht an den Zahn anlagert. Dies ist besonders wertvoll, um die Entstehung neuer Nischen zu verhindern und den Behandlungserfolg langfristig abzusichern.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Ist die Behandlung schmerzhaft? | Durch lokale Betäubung und feine Instrumente ist die Behandlung schmerzarm und sanft. |
| Wie lange dauert die Heilung? | Dank minimalinvasiver Technik setzt die Regeneration sofort ein; Hyaluron beschleunigt diesen Prozess. |
| Werden Medikamente eingesetzt? | Ja, primär naturheilkundliche Mittel (Phytotherapeutika) und antibakterielle Aromaöle. |
Gingivitis ist eine reversible Zahnfleischentzündung mit Taschentiefen bis 3 mm, während Parodontitis den Kieferknochen zerstört und Taschen bis 8 mm bildet. Da Parodontitis oft schmerzfrei verläuft, ist eine fachärztliche Messung der Taschen für die Diagnose zwingend erforderlich.
Gingivitis beschreibt eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleischrandes, während Parodontose (Parodontitis) eine tiefergehende Zerstörung des Zahnhalteapparates und des Knochens darstellt.
Bei der Gingivitis, die häufig bereits ab dem 18. Lebensjahr auftritt, löst sich das Zahnfleisch nur minimal vom Zahn ab. Es entstehen Taschen von etwa 2 bis 3 mm Tiefe. In diesem Stadium können Bakterien durch eine professionelle Prophylaxe noch effektiv entfernt werden. Wird dieser Zeitpunkt versäumt, vertiefen sich die Taschen auf 5 bis 8 mm. Damit geht der Übergang zur Parodontose einher, bei der die Bakterien – sogenannte Anaerobier – in Bereiche vordringen, die für die häusliche Zahnbürste absolut unzugänglich sind.
Die moderne Parodontose verläuft tückisch und oft ohne die klassischen Warnsignale wie starkes Zahnfleischbluten oder Schmerzen, weshalb Betroffene sie selbst nicht erkennen können.
Früher galt Zahnfleischbluten als das primäre Anzeichen, ähnlich wie in der bekannten Dr.-Best-Werbung suggeriert. Heute wissen wir, dass man Parodontose oft gar nicht mehr spürt. Die Entzündung wandert „leise“ in die Tiefe. Erst wenn der Zahnhalteapparat massiv geschädigt ist, bemerken Patienten Lockerungen. Ein Laie kann nicht unterscheiden, ob eine leichte Rötung eine harmlose Gingivitis oder der Beginn einer chronischen Knochenentzündung ist. Nur ein Fachmann kann mit speziellen Sonden und Tests die tatsächliche Belastung feststellen.
Eine Taschentiefe ab 4 mm gilt als klinisch relevant für eine Parodontitis-Behandlung, da hier die Selbstreinigung des Körpers nicht mehr ausreicht.
In der Zahnarztpraxis Dr. Koch wird die Tiefe der Zahnfleischtaschen akribisch gemessen, um den Schweregrad zu bestimmen:
| Stadium | Taschentiefe | Diagnose | Behandlung |
|---|---|---|---|
| Gesund | 0 – 1 mm | Gesundes Gewebe | Häusliche Pflege |
| Gingivitis | 2 – 3 mm | Leichte Entzündung | Professionelle Zahnreinigung (PZR) |
| Parodontitis | 4 – 5 mm | Behandlungsbedürftig | Mechanische Reinigung & Ozon |
| Schwere Parodontose | 6 – 8+ mm | Fortgeschrittener Abbau | Komplexes Konzept (Plasma, Hyaluron) |
Die professionelle Diagnose umfasst das Abtasten der Kiefermuskulatur, die computergestützte Messung der Taschentiefen sowie die Analyse des mikrobiologischen Status der Bakterien.
Gingivitis ist ab dem 18. Lebensjahr fast ein Standardbefund mit Taschen bis 3 mm; gefährlich wird es bei der Parodontose, wenn Taschen von 5 bis 8 mm Tiefe entstehen, die für keine Zahnbürste der Welt mehr erreichbar sind. (Quelle: Dr. Koch Zahnarztpraxis)
Dr. Koch beginnt die Untersuchung nicht direkt am Zahnfleisch, sondern tastet zunächst die Kiefermuskulatur ab. Fehlbelastungen durch einen falschen Biss können den Zahnhalteapparat zusätzlich schwächen. Danach erfolgt eine Prüfung des Mundpflegestatus und vorhandener Füllungen. Das Herzstück der Diagnose ist die Messung der Taschen durch Dentalhygienikerinnen. Diese Daten werden in ein Computersystem eingespeist, das den Erfolg der Therapie über zwei Jahre hinweg dokumentiert. Zusätzlich werden bei Bedarf mikrobiologische Tests durchgeführt, um die exakte Bakterienzusammensetzung zu bestimmen.
Plasma und Ozon spalten Sauerstoff ab, der die krankmachenden Anaerobier-Bakterien in den tiefen Zahnfleischtaschen effektiv und schmerzfrei zerstört.
Da die verantwortlichen Bakterien in einer sauerstofffreien Umgebung leben, ist die Zufuhr von aktivem Sauerstoff (Ozon oder Plasma) ein entscheidender therapeutischer Hebel. Diese Methoden ergänzen die mechanische Reinigung. Im Gegensatz zu früheren chirurgischen Verfahren muss heute meist nicht mehr geschnitten werden. Die Behandlung ist sanft und wird durch den Einsatz von Hyaluron unterstützt, das wie eine Manschette hilft, das Zahnfleisch wieder straff an den Zahn anzulegen.
Parodontitis ist eine bakterielle Infektion, bei der Keime aus den Zahnfleischtaschen in die Blutbahn gelangen und den Gesamtorganismus belasten. Dies steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Entzündungen an künstlichen Implantaten wie Herzklappen oder Gelenkprothesen massiv.
Etwa 40 Prozent der Patienten über 30 Jahre leiden an Parodontitis, während die Quote bei über 50-Jährigen auf 70 Prozent steigt. Diese statistische Häufung macht die Erkrankung zu einer der häufigsten Ursachen für systemische Entzündungsprozesse im menschlichen Körper.
| Altersgruppe | Betroffene (ca.) |
|---|---|
| Über 30 Jahre | 40 % |
| Über 40-50 Jahre | 70 % |
Die hohe Prävalenz zeigt, dass Zahnfleischschwund kein individuelles Nischenproblem, sondern eine Volkskrankheit ist. Da die Entzündung im fortgeschrittenen Stadium oft schmerzfrei verläuft, bleibt sie ohne fachärztliche Untersuchung häufig jahrelang unentdeckt, während sie gleichzeitig das Immunsystem chronisch fordert.
Bakterien aus dem Mundraum kreisen im gesamten Organismus und verursachen Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme, Gelenkbeschwerden sowie Apoplex (Hirnblutungen). Besonders gefährdet sind Träger von Kunstprodukten wie Hüft- oder Knieprothesen, auf denen sich die Bakterien bevorzugt festsetzen.
Parodontitis-Bakterien sind nicht lokal begrenzt; sie kreisen im Gesamtorganismus und können Entzündungen an Herzklappen, Stents und Endoprothesen auslösen – Dr. Wolfgang H. Koch
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Parodontitis und rheumatoider Arthritis. In der modernen Zahnmedizin gilt die Behandlung des Zahnfleisches daher als präventive Lebensrettung. Wenn Bakterien auf künstliche Gelenke oder Herzklappen übergehen, können sie dort schwerwiegende Entzündungen auslösen, die zur Lockerung von Endoprothesen oder zu lebensgefährlichen Infektionen führen.
Die körperliche Abwehrfähigkeit gegen Parodontose-Bakterien wird primär über den Darm gesteuert, da der Mund den Eingang des Darmrohres bildet. Darmprobleme wie Verstopfung oder Durchfall signalisieren eine gestörte Immunabwehr, die das Wuchern schädlicher Bakterien in der Mundhöhle begünstigt.
Ein gesundes Immunsystem hält Bakterien auch in der Mundhöhle im Gleichgewicht. In der ganzheitlichen Praxis wird daher gezielt nach der Verdauung gefragt, um den Status der Abwehrkraft zu ermitteln. Wenn das Darmmilieu nicht im Gleichgewicht ist, können lokale Behandlungen am Zahnfleisch langfristig scheitern, da der Körper die bakterielle Belastung nicht aus eigener Kraft regulieren kann.
Der Zahnarzt analysiert neben dem Mundstatus auch das Umfeld, die Medikation, die familiäre Veranlagung und die Ernährung des Patienten. Erst durch diese umfassende Anamnese lässt sich ein Konzept erstellen, das die Ursachen der Bakterienvermehrung und nicht nur die Symptome bekämpft.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Messung von Faktoren wie Vitamin-D-Spiegel und Blutzuckerwerten. Da sich Parodontitis-Bakterien primär von Zucker und dessen Abfallprodukten ernähren, spielt die Ernährungsberatung eine Schlüsselrolle. Ergänzend kommen naturheilkundliche Mittel (Phytotherapie), Aromaöle oder Plasma-Technologien zum Einsatz, um die Immunfähigkeit des Patienten gezielt zu steigern und die Taschen schmerzfrei zu desinfizieren.
Ja, Bakterien aus den Zahnfleischtaschen zirkulieren im Blutkreislauf und erhöhen nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle (Apoplex).
Der Mund ist der Beginn des Verdauungstraktes; eine gestörte Darmflora schwächt das Immunsystem und verhindert, dass der Körper Parodontitis-Bakterien effektiv bekämpft.
Bakterien aus Entzündungsherden im Mund setzen sich bevorzugt an Endoprothesen (Hüfte, Knie) fest und können dort zu Lockerungen oder Infektionen führen.
Nicht erst seit dem Ausbruch von SARS-CoV2 weiß die Zahnmedizin, wie wichtig gesundes Zahnfleisch für die Gesundheit des gesamten Körpers ist. Viele Erkrankungen stehen mit dem Wohlergehen des Zahnfleisches direkt oder indirekt im Zusammenhang. Parodontitis, die Fachbezeichnung für chronische Zahnfleischentzündungen, ist daher eine ernstzunehmende Erkrankung, die lebenslang medizinisch begleitet werden muss, ähnlich wie Diabetes mellitus.
Viele Jahre hat sich die Zahnärzteschaft bei den gesetzlichen Krankenkassen dafür eingesetzt, das Leistungsangebot aus den 1970er Jahren an den aktuellen Stand der Wissenschaft anzupassen.
Ab 01. Juli 2021 haben Zahnärztinnen und Zahnärzte nun die Möglichkeit, ihren Patienten Parodontitis-Behandlungen als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen anzubieten.
Der Therapieerfolg hängt maßgeblich von der Zusammenarbeit von zahnärztlichem Team und Patient ab. Dazu gehören auch Aufklärungsgespräche über die Auswirkungen dieser Erkrankung auf Ihre Gesundheit.
Die für den Behandlungserfolg bedeutenden Nachbehandlungen, die sogenannte „Unterstützende Parodontitis Therapie“ (UPT) werden nun von den Krankenkassen für einen wichtigen Zeitraum übernommen.
Sprechen Sie uns an und lassen Sie sich über die neuen Behandlungsmöglichkeiten beraten Dabei erklären wir Ihnen gerne den Zusammenhang von Parodontitis mit:
Wir helfen Ihnen gerne. Gesundes Zahnfleisch ist das solide Fundament Ihrer gesunden Zähne!
Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und eine optimale häusliche Mundhygiene hilft, den Zahnfleischschwund zu stoppen. Auch die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen ist extrem wichtig.
Allerdings kann auch der falsche Gebrauch einer zu harten Zahnbürste oder eine falsche Putztechnik zu Zahnfleischrückgang führen. So führen z. B. ausschließlich waagerechte Putzbewegungen dazu, dass sich das empfindliche Gewebe deutlich zurückzieht.
Bei bereits vorhandenen tiefen Zahnfleischtaschen ist eine Regenerationstherapie oder sanfte Zahnfleischtaschen-Reinigung beim Zahnarzt angezeigt. Moderne mikrobiologische Tests ermöglichen eine individuell wirksame, zielgenaue Bekämpfung der Entzündungsbakterien. Bei der Behandlung von Zahnfleischschwund und Zahnfleischrückgang kann es manchmal zwingend erforderlich sein, besonders aggressive Bakterien mit Antibiotika zu behandeln. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen kann hier aber auch die sogenannte Aromatherapie zum Einsatz kommen. Eine Plasma- und Laser-Therapie kann die medikamentöse Behandlung zusätzlich unterstützen. So werden alle Bakterien sicher entfernt und einer erneuten Entzündung und somit einem weiteren Zahnfleischrückgang vorgebeugt.
Nach dieser Therapie ist eine engmaschige Kontrolle und vierteljährliche professionelle Zahnreinigung zu empfehlen, um eine Wiedererkrankung zu vermeiden.
Ist der Zahnfleischrückgang schon so weit fortgeschritten, dass hässliche, schwarze Dreiecke zwischen den Zähnen und braune Anteile von Zahnwurzeln zu sehen sind, können zwei verschieden Behandlungsmethoden eine ansprechende Ästhetik wieder herstellen:
Zum einen kann ein mikrochirurgischer Zahnfleischaufbau die rote Ästhetik wiederherstellen.
Der Zahnfleischaufbau erfolgt dabei durch eine zusätzliche Gewebegewinnung aus der Umgebung mit einem Zahnfleischtransplantat in Kombination mit speziellen parodontalchirurgischen Plastiken.
Zum anderen können mit Hilfe der ästhetischen Zahnheilkunde ( weiße Ästhetik ) die dunklen Nischen zwischen den Zähnen und die sichtbaren braunen Zahnwurzeln verschlossen werden. Dabei werden die Zähne nicht beschliffen oder anderweitig angegriffen, die Nischen werden lediglich schonend mit einer zahnfarbenen Keramik-Kunststoff-Mischung dauerhaft beklebt, so dass die Nischen deutlich verkleinert oder sogar geschlossen werden.
Ein Zahnfleischrückgang wird aber nicht nur bei erkrankten Zähnen beobachtet.
Auch bei einer Entzündung von Implantaten (Periimplantitis) zieht sich das erkrankte Zahnfleisch in der initialen Phase der Erkrankung zurück. Hier kann durch eine gezielte lokale Behandlung mit Antibiotika und durch eine gründliche Reinigung der Zwischenräume schnell dem Zahnfleischrückgang am Implantat vorgebeugt werden.
Weitere Antworten zu Fragen zu Zahnimplantaten finden Sie hier>>>
Es gibt wissenschaftliche Nachweise, die einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und schweren Erkrankungen wie Diabetes, Arteriosklerose und Magenkrebs belegen.
Jetzt hat ein Forscherteam um den US-Mediziner Stephen Dominy das Parodontitisbakterium Porphyromonas gingivalis und auch giftige Enzyme in Gehirnen verstorbener Alzheimerpatienten nachgewiesen. Patienten sollten Parodontitis ernst nehmen und etwas dagegen unternehmen.
WeiterlesenWissenschaftler der Universität Basel stellten fest, dass insbesondere Zungenpiercings die parodontalen Bedingungen der Zähne in unmittelbarer Nähe negativ beeinflussen können.
Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen Lippen- und Zungenpiercings und der parodontalen Gesundheit und Entzündungsneigung der Studienteilnehmer.
In der Nähe der Zungenpiercings wurden bei den Probanden häufig Blutungen nach Sondieren beobachtet.
Photo by Lorenzo Nafissi on Unsplash
Bei Rauchern ist auch die Mundgesundheit stark bedroht.
Rauchern leiden häufiger unter chronischen Erkrankungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates – und diese so genannte Parodontitis kann bei ihnen nicht so gut behandelt werden wie bei Nichtrauchern.
Raucher haben daher im Durchschnitt weniger Zähne als Nichtraucher. Besonders kritisch wird es, wenn an den von Parodontitis betroffenen Zähnen Zahnersatz abgestützt ist: Geht dieser als Pfeiler verloren, kann der komplette Zahnersatz unbrauchbar werden.
Vor allem bei starken Rauchern heilen auch künstliche Zahnwurzeln, so genannte Zahnimplantate, schlechter ein und sie halten weniger lang.
Außerdem entzündet sich bei Rauchern das um ein Implantat verlaufende Zahnfleisch häufiger. Diese kann langfristig zum Verlust des Implantates führen.
Und ganz besonders dramatisch: Rauchende Männer haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein 27-fach erhöhtes Risiko, an Mundhöhlen- oder Rachenkrebs zu erkranken. Dies zeigen Zahlen des Deutschen Krebs-forschungszentrums. Er ist bei Männern immerhin die sechst-häufigste Krebstodesursache.
Rauchen schadet aber nicht nur der Gesundheit. Die im Tabakrauch enthaltenen Pigmente machen die Zähne auch hässlich. Zum Glück lassen sich die unschönen Verfärbungen meist durch professionelle Mundreinigung wieder entfernen.
Überhaupt kommt einer ausführlichen Pflege und Reinigung wie auch der Vorsorge eine große Bedeutung zu. Für Raucher ist es nach Angaben der DPH ganz besonders wichtig, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen – am besten zwei Mal jährlich. So können mögliche Folgen des Rauches rechtzeitig entdeckt werden.
Mehr zu Zahnimplantaten für Risikopatienten finden Sie hier>>>
Bei Produkttests der Stiftung Warentest wurde der jahrelange Testsieger Oral-B (Braun Oral-B Pro 900 Sensi Ultra Thin) von der € 220,00 teuren Philips Sonicare 9300 Diamond Clean Smart auf Platz zwei verwiesen.
Noten von „gut“ bis „mangelhaft“, Preise von € 16,00 bis € 220,00
Ein neuer Test von elektrischen Zahnbürsten der Stiftung Warentest zeigt: Am Preis allein lässt sich die Qualität einer Zahnbürste nicht erkennen. Denn auch die elektrische Bürste eines Drogeriemarktes für € 16,00 (dm Dontodent Akku-Zahnbürste Active Professional) ist gut.“
Weiterlesen