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Parodontitis begünstigt Influenza

parodontose_grippeTOKIO – Eine Parodontitis kann das Risiko, an Influenza zu erkranken, erhöhen. Das haben Forscher der japanischen Nihon University durch Experimente mit dem Influenzavirus A Typ H3N2 herausgefunden. So schwächen die Bakterien im Mund, die für Zahnfleischentzün-dungen verantwortlich sind, die Wirkung von anti -viralen Grippemedikamenten und begünstigen damit sogar die Vermehrung der Influenzaviren.

Von der Oberfläche menschlicher Zellen gelangen die Viren durch Einstülpung der Zellmembran ins Innere. Dafür benötigen sie spezielle Eiweiße, die sich auf der Oberfläche ihrer Hülle befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist keine voranschreitende Infektion zu befürchten. Erst mithilfe des Enzyms Neuraminidase befreien sich die Viren aus den Zellen, in denen sie sich zuvor vermehrt haben, um weitere Zellen zu infizieren. Dieses Enzym kommt auch in menschlichen Zellmembranen vor. Den gleichen Effekt wie das Enzym, so hat das Forscherteam herausgefunden hat eine Kulturlösung mit dem Bakterium Porphyromonas gingivalis, das Zahnfleischentzündungen verursacht. Treffen menschliche Zelle, Influenza-virus und diese Lösung zusammen, sorgt das Bakterium für die Ansteckung von weiteren Zellen und treibt so die Infektion voran. Da bakterielle Zahnbeläge Auslöser für Zahnfleischentzündungen sind und die Verringerung dieser Bakterien folglich Parodontitis vorbeugt, ist eine sorgsame Mundhygiene somit auch ein wirksamer Schutz vor Grippe. Deshalb ist es besonders für Menschen mit schwächerem Immunsystem umso wichtiger, auf ihre Zahnpflege zu achten

Quelle: ZWP online

Eine neue Zahncreme für Parodontose Patienten

Bei Forschungsarbeiten zur anti-mikrobiellen Wirkung von Silberpräparaten kam der Chemiker Dr. Christoph Cichos aus Sachsen auf die Idee, die bakteriziden Eigenschaften des Silbers für eine Zahncreme zu nutzen.

Er selbst litt bereits seit längerem an einer Zahnfleischentzündung. Zunächst experimentierte er mit einer Zahncreme an sich selbst. Bereits nach kurzer Zeit war sein Zahnarzt erstaunt, wie sehr die Entzündung bei ihm zurückgegangen war.

Daraufhin entwickelte er eine Rezeptur, die in Zusammenarbeit mit einem Zahnarzt an 3 Parodontose Patienten getestet wurde. Dabei wurden die API Werte (eine Messzahl für den Plaquebefall) und die SBI Indizes (Blutung des Zahnfleisches) in einem wöchentlichem Rhythmus bewertet. Die Probanden wurden aufgefordert zweimal täglich sich mit der neu entwickelten AgTident Zahnpasta für 2 Minuten die Zähne zu putzen.

agTidentBereits nach 1 Woche wurde bei allen Probanden eine beträchtliche Reduzierung der gemessenen Werte festgestellt. Nach 3 bis 4 Wochen wiesen die Patienten Werte auf, wie sie sonst nur Personen haben, die unter keinen Entzündungen leiden und eine sehr gute Zahnhygiene aufweisen. Eine weitere Testreihe mit 4 Patienten bestätigte das Ergebnis.

Mittlerweile wird die AgTident Zahncreme von mehreren Zahnärzte zur Parodontose-Prophylaxe eingesetzt.  Das verwendete Silberpräparat erlaubt den Einsatz von sehr geringen Konzentrationen (weniger als 0,1 %). Es wird nur minimal Silber freigesetzt, so dass die Zahncreme toxikologisch unbedenklich ist. Die Zahncreme verzichtet zudem auf bedenkliche Stoffe wie Triclosan oder künstliche Konservierungsstoffe.

Weitere Informationen unter www.agtident.de

Inhaltsstoffe:
Aqua, Calcium Carbonate, Hydrated Silica, Propylene Glycol, Glycerin, Sorbitol, Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Monofluorphosphate, Cellulose Gum, Aroma, Sodium Saccharin, Sodium Methylparaben, Limonene, Silver AgPTR, CI 42090

  • dirk
  • Updated 20. November 2018

Individuelle, maßgeschneiderte Therapien gegen Parodontitis

Das Ziel der Behandlung muss das bakterienfreie, gesunde Zahnfleisch sein. Dazu gibt es eine Doppelstrategie:

1. Sanfte Reinigung der Zahnfleischtaschen

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die entzündlichen Zahnfleischbereiche nach einer gründlichen Behandlung wieder vollständig ausheilen. Deshalb ist heute in den meisten Fällen eine sanfte Parodontitis-Behandlung – ohne Chirurgie – möglich. Die früher üblichen Operationen sind nicht mehr erforderlich. Mit feinen Instrumenten werden die Zahnfleischtaschen gereinigt. Dazu wird das Zahnfleisch betäubt. Die Behandlung ist somit schmerzfrei.

2. Entfernung der Parodontitisbakterien

Parodontitis wird durch verschiedene, unterschiedlich aggressive Keime ausgelöst. (Heute sind über 400 verschiedene Bakterienfamilien bekannt.). Um die Parodontitis-Infektion wirksam behandeln zu können, müssen wir die vorhandenen Bakterien identifizieren. Der gentechnische Keimtest informiert uns zuverlässig darüber, welche Bakterien in welcher Menge vorhanden und wie aggressiv diese sind. Auf Grundlage dieses Keimtests entscheidet dann der Labormediziner, in Kooperation mit uns als behandelnden Zahnärzten, welche Heilmittel individuell wirksam sind. So können wirkungslose Therapien heute vorab ausgeschlossen werden, und Ihnen werden Nebenwirkungen und nicht indizierte Therapien erspart.

  • Medikamentöse Therapie

    Ist die Bakterien-Anzahl und deren Aggressivität gering, reichen medizinische oder pflanzliche Spüllösungen aus. Sind jedoch besonders aggressive Bakterien die Auslöser der Parodontitis, kann es manchmal zwingend erforderlich sein, mit Antibiotika zu behandeln. Diese können in Tablettenform eingenommen oder auch lokal eingesetzt werden. Eine alleinige, naturheilkundliche Behandlung reicht in diesem Fall nicht aus.

  • Aromatherapie

    Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass in manchen Fällen auf Antibiotika verzichtet werden kann. Hier kommt die sog. Aromatherapie zum Einsatz. Bei der Aromatherapie wird die Wirksamkeit verschiedener ätherischer Öle auf die nachgewiesenen Keime getestet. Ein Apotheker stellt dann eine auf das Keimspektrum abgestimmte, individuelle Mundspülung her. Ätherische Öle, die speziell auf die vorhandenen Bakterien abgestimmt sind, können sehr erfolgreich die Parodontitisbakterien bekämpfen. Häufig kann man dadurch auf Antibiotika verzichten.

  • Therapie in der Zahnfleischtasche

    Die Heilmittel- und medikamentöse Therapie kann. direkt im Mund – zusätzlich unterstützt werden.

    a) Plasma-Therapie

    Erst einmal ist eine schonende Behandlung mit hochwirksamem, kaltem Plasma (medizinischer Sauerstoff) möglich. Dabei werden auf biologische Weise die Parodontitis-Keime in wenigen Minuten schmerzfrei reduziert.

    b) Laser-Behandlung

    Mit dem Laserlicht wird eine keimabtötende Wirkung erzielt. Auch kleinste Bakterienreste werden entfernt. Somit wird ein erneuter Bakterienschub verhindert oder zumindest verzögert.

Parodontitis entsteht durch eine bakterielle Infektion

Für den Ausbruch der Erkrankung ist eine gestörte Immunabwehr verantwortlich.

Was kann die Abwehr stören?

Bei ca. 30 % der Bevölkerung besteht eine genetische Veranlagung zu Entzündungen und Parodontitis. Neben dieser allgemein erhöhten Entzündungsbereitschaft begünstigen aber auch verschiedene andere Faktoren die Entstehung von Parodontitis. Dazu gehören:

  • Rauchen
  • Falsche Ernährungsgewohnheiten
  • Stress
  • Hormonelle Schwankungen
  • Diabetes
  • Auch manche Medikamente, besonders Blutdrucksenker, können die Entstehung der Parodontitis beeinflussen.

Dr. Wolfgang Koch im Interview zu “Volkskrankheit Parodontose” beim WDR


Dr. Wolfgang H. Koch in der Sendung daheim + unterwegs vom WDR zum Thema “Volkskrankheit Karies und Parodontose”.

Darin wird diskutiert, wie die Bakterien, die Parodontose verursachen sich auf den ganzen Organismus auswirken können. Mittlerweile stehen diese Bakterien in Verdacht Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Rheuma, Diabetes, Nierenerkrankungen und sogar Demenz zu verursachen.

Auch die Verletzungsanfälligkeit und der Leistungsabfall von Sportlern kann durch Zahnerkrankungen ausgelöst werden.

Regelmäßiges Zähneputzen und der Gang zum Zahnarzt können Leben retten.

Antibiotika bei Parodontose – Die richtige Einnahme entscheidet

Die Parodontitis (Parodontose) gehört zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Mehr als 60 % der Erwachsenen sind von dieser Krankheit betroffen.

Was die meisten nicht wissen: Parodontalerkrankungen sind Infektionskrankheiten, die von speziellen Bakterien ausgelöst werden. Ihre Behandlung erfordert daher in manchen Fällen den Einsatz von Antibiotika. Was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie hier!

Warum Antibiotika?

Antibiotika werden immer dann eingesetzt, wenn gezielt Bakterien abgetötet werden müssen. Auch bei Parodontalerkrankungen ist die Bekämpfung der vorhandenen Bakterien und die Beseitigung bestehender Entzündungen das wichtigste Behandlungsziel. Kein Antibiotikum ist gegen alle Bakterien gleich wirksam! Ihr Zahnarzt muss daher zunächst mit einem Test ermitteln, welche Parodontitis-Bakterien in Ihrem speziellen Fall für die Erkrankung verantwortlich sind.

Keimkiller für den Ernstfall

Antibiotika sind wahre Wunderwaffen gegen Bakterien. Der Clou: Antibiotika attackieren Bakterien ganz gezielt und dies bereits in Konzentrationen, die für den Körper weitgehend ungefährlich sind. Dennoch haben viele Menschen Vorbehalte gegen diese wirkungsvollen Arzneimittel und fürchten mögliche Begleiterscheinungen.

Vorbehalte sind nicht unbegründet, denn wenn Antibiotika ohne Maß und Ziel eingesetzt werden, können sie ihre Wirkung verfehlen. Auch müssen mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen in jedem Fall beachtet werden. Werden Antibiotika gezielt eingesetzt – nämlich nur da, wo sie wirklich erforderlich sind – erweisen sie sich als wertvolle Unterstützung des körpereigenen Immunsystems. Auf Grundlage des Bakterientests wissen wir exakt, welches Antibiotikum in Ihrer Situation den größten Behandlungserfolg verspricht und handeln damit nach der goldenen Regel der Antibiotika-Verordnung: “So wenig, aber so gezielt wie möglich!“

Mögliche Nebenwirkungen

Bei allen positiven Wirkungen sind Antibiotika leider nicht immer frei von Begleiterscheinungen. Das Problem der Medikamente: nicht alle Bakterien im menschlichen Körper sind Krankheitserreger. Manche erfüllen auch wichtige Aufgaben z.B. bei der Verdauung. Da Antibiotika nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterscheiden, werden neben Krankheitskeimen manchmal auch Darmbakterien angegriffen. Störungen der Darmflora gehören daher zu typischen Nebenwirkungen, die mit biomedizinischen Heilmitteln gelöscht werden können.

Arzneimittelunverträglichkeit

Bei manchen Personen kann es bei der Einnahme von Antibiotika zu einer Arzneimittelunverträglichkeit kommen. Die Unverträglichkeit kann sich gegen den Wirkstoff, aber auch gegen andere Inhaltsstoffe des Medikaments, wie z.B. Laktose oder Gluten richten. Dies macht sich zumeist in Form von Hautreaktionen bemerkbar.

Wechselwirkung von Antibiotika und …

… Alkohol

Verzichten Sie auf Alkohol. Weil der Abbau von Antibiotika ebenfalls über die Leber erfolgt, ist diese bei Alkoholkonsum überfordert und der Alkoholabbau gehemmt. Die Folge: Alkohol wirkt schneller und länger. Vor allem während der Einnahme von Metronidazol kann Alkohol starke Übelkeit hervorrufen.

… Milchprodukten

Milch, Joghurt, Quark und Käse können die Wirkung einiger Antibiotika beeinträchtigen. Deshalb sollten Sie während der Antibiotika-Behandlung auf diese Lebensmittel verzichten oder darauf achten, dass mind. zwei Stunden zwischen Tabletteneinnahme und Verzehr liegen.

Antibiotika strikt nach Verordnung

Das Antibiotikum und seine Dosierung sind auf die vorliegende Infektion abgestimmt. Damit das Medikament richtig wirken kann, muss die Einnahme exakt nach Anweisung erfolgen.

Einnahmedauer

Das Antibiotikum muss über den gesamten verordneten Zeitraum eingenommen werden. Wird die Einnahme zu früh abgebrochen, können einige Bakterien überleben und sich wieder vermehren. Die Folge: es kann zu Resistenzen kommen, und das Antibiotikum verliert seine Wirksamkeit. Bei Auftreten von Nebenwirkungen kontaktieren Sie bitte Ihren Zahnarzt.

Die richtige Dosierung

Antibiotika können nur in der verordneten Dosierung richtig wirken. Für einen konstanten Wirkstoffspiegel beachten Sie bitte unsere Hinweise.

Die richtige Einnahme

Je nach Art des Antibiotikums sollte das Medikament nüchtern zum Essen oder unabhängig von den Mahlzeiten mit reichlich Wasser eingenommen werden. Eine Einnahme mit Kaffee, Tee, Milch oder gar Alkohol kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Entzündliches Rheuma und Parodontitis gehen Hand in Hand

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter entzündlichen rheumatischen Erkrankungen zu denen mehr als 100 Krankheitsbilder gehören und die in drei große Gruppen unterschieden werden: in die entzündlichen Gelenkerkrankungen, in die entzündlichen Erkrankungen der Wirbelsäule und einzelner Gelenke sowie in die Gruppe der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen der Gefäße. Am häufigsten treten die entzündlich aktivierte Arthrose und die rheumatoide Arthritis (RA) auf. Allein an der rheumatoiden Arthritis leiden deutschlandweit etwa 800.000 Menschen. Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Die rheumatoide Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten.

Mittlerweile gilt es als wissenschaftlich erwiesen, dass Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und rheumatischen Erkrankungen bestehen. Bereits eine mittelschwere Parodontitis kann bei Nichtrauchern das Risiko für die Entstehung einer rheumatoiden Arthritis um den Faktor 2,6 erhöhen. Bei den Patienten, die nie geraucht hatten und an einer RA erkrankt waren, beträgt der Risikoquotient 8,8. Forscher haben herausgefunden, dass es zwischen Parodontitis und rheumatoider Arthritis starke Gemeinsamkeiten gibt und gehen von einem ähnlichen biochemischen Entzündungsreaktionsmuster bei dem Patienten aus. Neuere Studien haben diesen Zusammenhang bestätigt: Sie identifizierten Matrixmetalloproteinase-8 (MMP-8) als wesentlichen pathologischen Faktor bei rheumatoider Arthritis und bei Parodontitis. Patienten mit rheumatoider Arthritis wiesen in der Gelenkflüssigkeit einen um den Faktor 1.000 erhöhten MMP-8-Spiegel auf. Auch bei Parodontitis ist der MMP-8-Wert in den Zahnfleischtaschen erhöht. Dadurch begünstigen sich beide Krankheiten, so die Forscher.

Eine Behandlung der Parodontitis reduziert die Symptomatik der rheumatoiden Arthritis signifikant. Aus diesem Grund empfehlen Allgemeinmediziner, dass beide Krankheiten gemeinsam mit einem Zahnarzt therapiert werden sollten.

Quelle: Deutscher Ärzteverlag 05/2013

Ist eine Parodontosebehandlung schmerzhaft?

Parodontitisbehandlungen sind heute ohne chirurgischen Eingriff möglich und schmerzfrei. Die früher übliche, offene Parodontoseoperation (das Zahnfleisch wurde abgeklappt, teilweise abgeschnitten) kann in der modernen Zahnmedizin meist durch eine geschlossene, sanfte Parodontosebehandlung ersetzt werden. Die Zahnfleischtaschen werden dabei sanft und nahezu schmerzfrei, aber dennoch gründlich, mit feinen Instrumenten gereinigt.

Eine Betäubung des Zahnfleisches garantiert die Schmerzausschaltung. Besonders ängstlichen Patienten kann die Dämmerschlafsedierung zusätzliche Sicherheit geben und Stress ersparen. Eventuell leicht empfindlicheres Zahnfleisch nach der Behandlung verliert seine erhöhte Sensivität innerhalb von zwei bis drei Tagen. Schmerzen, die die Einnahme von Schmerzmittel notwendig machen, kommen nach einer geschlossenen Parodontitisbehandlung in der Regel nicht vor.

Führt orale Prophylaxe zu einem längeren Leben?

Die Professoren Akagawa und Yoneyama (Japan) zeigten in ihrer Studie, dass richtige Vorsorge lebensentscheidend sein kann. Die durch ihre Arbeit weltweit bekannten japanischen Experten für Alterszahnheilkunde bewiesen eindrucksvoll wie im Verlauf ihrer Bemühungen die Zahngesundheit japanischer Senioren in Altersheimen zu verbessern, jeder 10. Todesfall durch Lungenentzündung in Pflegeheimen, allein durch konsequent durchgeführte Zahn- und Mundpflege verhindert werden konnte. Die Häufigkeit fieberhafter Entzündungen unter Heimbewohnern ging ebenfalls deutlich zurück. Die gleichzeitige Verringerung von Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch waren dabei nur noch Nebeneffekte, die aber ebenfalls signifikant zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen beitrugen.

Diese Erkenntnisse beziehen sich natürlich nicht nur auf Heimbewohner bez. Pflegefälle sondern auch auf den Normalbürger. Regelmäßige Prophylaxe verhindert insbesondere Infektionen im Rachen und Bronchialbereich. In der Regel sollte man sich zweimal jährlich einer professionellen Zahnreinigung unterziehen.

Was bewirkt Ölziehen bei Parodontose?

Die Ölspülung mit einem hochwertigen, reinen, kaltgepressten Sonnenblumen- oder Olivenöl übt einerseits einen Massageeffekt auf das gestresste Zahnfleisch und die im Mund befindlichen Akupunktur-Punkte aus. Andererseits werden die Stoffwechselgifte der Bakterien aus dem Zahnfleisch gezogen. Zusätzlich aktiviert die Saugbewegung die Thymusdrüse, die den Stoffwechsel anregt und Lebensenergie weckt.

In der ganzheitlichen Zahnmedizin ist das Heilverfahren des Ölziehens ein ideales Mittel, um die Parodontitisbehandlung auch zu Hause aktiv fortzusetzen. Das Zahnfleischbluten lässt nach. Das Zahnfleisch wird entgiftet und gestrafft und damit seine Regeneration angeregt.

Man nimmt morgens auf nüchternen Magen einen Esslöffel voll kaltgepresstem Pflanzenöl in den Mund und zieht es kräftig durch die Zähne. Nach ca. 10 – 20 Minuten Dauer emulgiert das gelbliche Öl zu einer weißen Flüssigkeit, das ursprünglich dickflüssige Öl wird durch das Ziehen dünnflüssig. Das Öl wird schließlich in ein Papiertuch gespuckt und mit dem Müll entsorgt.
Es darf auf keinen Fall hinuntergeschluckt werden. Da das Öl nach der Anwendung eine große Menge von Giftstoffen beinhaltet, muss der Mund danach gründlich mit lauwarmem Wasser ausgespült werden. Die Zähne sind mit einer Zahnbürste gründlich zu reinigen.

Zum Entgiften des Mundraumes genügt eine Anwendung am Tag – am besten morgens vor dem Frühstück. Zur Beschleunigung der Heilwirkung kann aber auch dreimal täglich immer auf möglichst nüchternen Magen vor den Mahlzeiten gespült werden.

Ist Parodontose heilbar?

Parodontose ist nachhaltig heilbar, allerdings bleibt der Parodontitis-Patient ein lebenslanger Pflegefall.

Die Nachsorge einer erfolgreich behandelten Parodontitis ist von enormer Wichtigkeit für die nachhaltige Gesundung des Patienten.
Eine lebenslange engmaschige Kontrolle sollte daher selbstverständlich sein.

Vierteljährliche professionelle Zahnreinigungs-Termine müssen nach einer Parodontitis-Behandlung ebenso gewissenhaft eingehalten werden wie auch die halbjährliche Erhebung eines Parodontalstatus.

Denn auch bei sorgfältigster Mundhygiene können mit den häuslich möglichen Maßnahmen nicht alle Bereiche des Mundraumes erreicht werden. In diesen „Pflegenischen” sammeln sich erneut schnell Plaque-Bakterien an.

In welchen Abständen eine Individualprophylaxe notwendig ist, hängt vom individuellen Risiko des Patienten ab. Dieses individuelle Parodontitis-Risiko kann schnell und sicher dank moderner mikrobiologischer Gen-Tests festgestellt werden.

Was tun bei Zahnfleischbluten?

Bei länger als 4 Tage andauerndem oder immer wieder auftretendem Zahnfleischbluten sollte man unbedingt einen Zahnarzt aufsuchen, um die Ursache der Blutungsneigung abklären zu lassen.

Als Sofort-Maßnahmen bei Zahnfleischbluten eignet sich Folgendes:

  • Putzen sie unbedingt weiter gewissenhaft Ihre Zähne, mindestens 2mal pro Tag, um die Mundhygiene aufrecht zu erhalten.
  • Nutzen sie Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume.
  • Benutzen sie eine Zahnbürste mit weichen Borsten und üben sie nicht zu großen Druck aus.
  • Es gibt fertige Mundspülungen zur Anwendung bei Zahnfleischbluten, man kann aber auch auf Salbei, Myrrhetinktur und Kamillentee zurückgreifen.
  • Zahnstein kann ebenfalls das Zahnfleisch angreifen, deshalb sollten sie sich Zahnstein entfernen lassen.
  • Ziehen sie mehrmals täglich Olivenöl durch die Zähne (man nennt dass auch Ölziehen). Dies entfernt Krankheitserreger aus dem Mundraum. Das Öl aber bitte nicht schlucken, sondern ausspucken.
  • Spülungen mit verdünnten Teebaumöl können ebenfalls helfen, ebenso mit Johannisbeersaft.
  • Nehmen sie ausreichend Vitamin C zu sich, z.B. viel Obst, Gemüse, besonders Zitrusfrüchte und Paprika.
  • Trinken sie täglich ein kleines Glas Heidelbeersaft, z.B. aus dem Reformhaus.
  • Knoblauch wirkt antibakteriell, deshalb ist der regelmäßige Verzehr von Knoblauch auch bei Zahnfleischbluten wichtig.

Auch folgende Kräuterrezepte gegen Zahnfleischbluten sind zu empfehlen:

  • Ein EL Gänsefingerkraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, dann durch ein feines Sieb abgießen. Lauwarm zum Spülen des Mundraumes mehrmals am Tag verwenden.
  • Zwei TL Walnußblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, eine Minute ziehen lassen und durch ein feines Sieb oder Tuch abgießen. Lauwarm den Mundraum damit spülen.
  • 25 g Salbeiblätter, 25 g Eichenrinde, 25 g Odermennig und 25 g Frauenmantel mischen. Auf 1/4 Liter Wasser nimmt man 1 gehäuften Teelöffel von dieser Kräutermischung, setzt den Sud kalt an, lässt ihn 5 Minuten kochen, dann zehn Minuten ziehen, gießt ihn durch ein feines Sieb oder Tuch ab und spült damit 1/2 Stunde lang den Mund.
  • Bei Zahnfleischbluten und bei Entzündungen des Zahnfleisches häufig den Mund mit Salbeitee spülen.
  • Spülen Sie dreimal täglich Ihren Mund mit Salbeitinktur.
  • Reiben Sie Ihre Zähne mehrmals am Tag mit frischen oder getrockneten Salbeiblättern ab.
  • Man kann auch Salbei im Teebeutel warm und feucht aufs Zahnfleisch legen.